Fredrik Strand Halland

Foto: © HiHat

Blue(s) Fredrik, 2009, Foto: © HiHat

Fredrik Strand Halland – Zwischen Fjord und Nordlicht – Das Bluesfeuer brennt …

Bergen ist mit seinen 230.000 Einwohnern nach Oslo die zweitgrößte Stadt Norwegens, welche sich malerisch am Byfjord über steile Berghänge ausbreitet. Ihr bedeutendster Sohn ist wohl der weltbekannte Komponist Edvard Grieg.

Sicher, geographisch gesehen liegt Bergen relativ abseits. Aber was heißt das schon? Wie an kaum einem anderen Platz Europas findet man hier seit geraumer Zeit eine der kreativsten Musikszenen, die man sich vorstellen kann. Begibt man sich auf Suche, so entdeckt man in der Stadt und der Region eine Menge Bands und Interpreten von außergewöhnlicher Qualität aus ganz unterschiedlichen Musikgenres. In diversen Clubs, in kleinen Studios, hinter Mischpulten und auf Festivals geht die Post ab.

Auch wer sich für bodenständigen, elektrischen Blues und Bluesrock begeistern kann, ist in Bergen an der richtigen Adresse – spätestens, seit sich dort ein Junge aufgemacht hat, nicht nur den Bergenern und Norwegern zu zeigen, daß man nicht zwingend viele Lenze samt Lebenserfahrung auf dem Buckel haben muß, um den „Spirit of Blues“ erfassen zu können. Dies hatte zwar Mitte der 90er Jahre auch schon der begnadete australische Teenie Nathan Cavalerie bewiesen, aber das Vorurteil, ein Kind, ein Jugendlicher könne grundsätzlich keinen Blues haben, geschweige ihn musikalisch angemessen zum Ausdruck bringen, hält sich leider, auch in Teilen der etablierten Bluesszene, hartnäckig.

Der jetzt 15-jährige Fredrik Strand Halland traumwandelt auf seiner Gitarre mit einer schier unfaßbaren Klarheit und Gewandtheit, einer geradezu unbändigen Spielfreude, daß es mir manches Mal die Sprache verschlägt. Welch ein Gefühl und welche Hingabe für diese Musik, welch eine Bühnenpräsenz und welch ein Charisma! Und selbst die noch nicht vollends ausgereifte Stimme vermag schon erstaunliche Akzente zu setzen. Wenn man Fredrik spielen hört, kann man kaum zu glauben, es mit einem jungen Teenager zu tun zu haben.

Fredrik hat seit seinem siebenten Lebensjahr regelmäßig mit seinem Vater geübt, der ein erfahrener Bassist ist. Eine Inspirationsquelle für den jungen Fredrik war die Musik der in Norwegen sehr bekannten Gruppe „Hellbillies“ mit dem Gitarristen Lars Håvard Haugen. Als Neunjähriger ging Fredrik dann in die Lehre bei dem bekannten Gitarristen Mads Eriksen. Der nahm das junge Talent unter seine Fittiche und wurde sowohl sein Lehrer als auch Mentor und guter Freund. Mads führte Fredrik in die Welt des Blues ein. Unter anderem lernte er die Musik von Stevie Ray Vaughan kennen. Der besondere Sound und die Technik von Stevie Ray Vaughan inspirierten Fredrik ungemein, waren ein „Aha-Erlebnis“ für ihn. Stevie Rays Musik und Spielstil wurden erstmal geradezu zu seinem Warenzeichen.

Fredrik tritt zusammen mit seiner eigenen Band auf, die aus Frank Halland am Baß, Harald Dahlstrøm an den Keybords und Zsolt Meszaros am Schlagzeug besteht. Auf vielen Konzerten und auch im Studio wird das Quartett oft noch vom Gitarristen Rune Sandland ergänzt.  Der musikalische Schwerpunkt der Gruppe liegt derzeit sowohl auf leichtfüßig-groovendem elektrischen Bluesrock, versetzt mit frechen Funk- und Jazzspritzern, aber auch auf straightem amerikanischen Rock mit Popeinsprengslern.

Doch schon jetzt ist erkennbar, daß Fredrik in seiner Entwicklung nicht stehenbleiben wird sondern im Begriff ist, voller Leidenschaft zu neuen musikalischen Horizonten aufzubrechen. …

Im Januar und Februar 2009 haben Fredrik und seine Band eine EP namens „Crossfire“ auf dem HiHat-Label veröffentlicht. Doch dazu demnächst an anderer Stelle mehr…

Hanno Borchert

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